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Mülheim, 16.11.2009, Andreas Heinrich
Die Karl-Ziegler-Schule wird für Millionen kernsaniert und für den Ganztag hergerichtet. Es wurde ein Top-Partner gefunden.
Jahrelang von der Stadt vernachlässigt, jetzt wird das Karl-Ziegler-Gymnasium saniert und soll eine Top-Adresse werden. Foto: Archiv, Höpping
Nicht jede Schule haut so auf den Putz, wenn es darum geht, auf Mängel hinzuweisen. Am Karl-Ziegler-Gymnasium haben es Lehrer, Eltern und Schüler gemeinsam gemacht, mehrfach, und das mit der eindeutigen Botschaft an die Politik: Seht her, in derartig baulichen Missständen wollen wir nicht länger lernen und arbeiten. Das Bohren hat Erfolg. Das Gymnasium gehört neben der Luisenschule und der Willy-Brandt-Gesamtschule zu den drei großen weiterführenden Schulen, die nun umfangreich saniert werden. „Kernsanierung”, betont Schulleiter Werner Andorfer.
In drei Bauphasen wird das Gymnasium, das sich mit dem Namen des Mülheimer Chemie-Nobelpreisträgers schmückt, runderneuert und soll am Ende auch den Charme einer Badeanstalt aus den 50er Jahren verloren haben. Im Sommer 2013 soll das Gymnasium „Erstbezugs-Qualität” aufweisen.
Die Abbruch- und Aufbauarbeiten beginnen Ostern 2010. Zunächst werden Mensa und Aufenthaltsräume errichtet, ab dem kommenden Schuljahr startet das Gymnasium als erstes in der Stadt mit Ganztagsangeboten, zunächst in den fünften Klassen. Verlässliche Betreuungsangebote wird es geben, ein verstärktes individuelles Fördern und Fordern, ein regelmäßiges warmes Mittagessen, mehrere Arbeitsgemeinschaften. Die Hausaufgaben können unter fachlicher Leitung täglich in der Schule erledigt werden. So der Plan.
Doch was die Schulleitung besonders freut: Der Schule ist es gelungen, in der Stadt wichtige Partner zu gewinnen. Siemens gehört dazu, das Theater an der Ruhr, das Kunstmuserum, demnächst auch das Max-Planck-Institut und die neue Fachhochschule Ruhr-West. Man will dadurch, wie Andorfer sagt, die Schwerpunkte des Gymnasiums weiter ausbauen, das eigene Profil im Wettbewerb der Gymnasien stärken. Und dabei verfährt man ganz im Sinne des Namensgebers Karl Ziegler, der nicht nur ein herausragender Naturwissenschaftler, sondern auch ein großer Kunstliebhaber war.
Die Naturwissenschaften und die musischen Fächer spielen künftig im Schulalltag eine noch größere Rolle. Mit der Sanierung, betont die stellvertretende Schulleiterin Ute Fuchs, werden die Lern- und Arbeitsbedingungen deutlich verbessert, auch mit Blick auf eigenständiges Arbeiten. Zufrieden stellt Andorfer fest, dass es bislang für die Schule kein Problem gewesen sei, ausreichend Fachlehrer zu bekommen. „Wir konnten bisher unsere Lehrer auswählen.”
In einem zweiten Bauabschnitt, der sich bis 2011 hinzieht, werden sämtliche Klassenräume für die 900 Schüler saniert. Schluss mit undichten Fenstern, schlechten Lichtverhältnissen und einem Mobiliar aus längst vergangenen Zeiten. Während der Bauzeit wird der Unterricht in Containern erfolgen. In der dritten Bauphase geht es dann um den Verwaltungstrakt und die Fachräume. Ein Anbau wird errichtet als Ersatz für jene Räume, die heute nicht mehr als Klassen- oder Fachräume benutzt werden dürfen, weil die Decken zu niedrig sind. Sämtliche Planungsschritte, vor allem die Ausstattung, so Andorfer, werde man mit Eltern und Schülern bereden. Kleine Arbeitsgruppen werden gebildet. Dem Unmut soll ein Höchstmaß an Zufriedenheit folgen.